«Mit einer fundierten Kennzahl wird Nachhaltigkeit messbar»

Der SilverDAT Green Repair Tracker von auto-i-dat macht erstmals sichtbar, wie hoch die Reparaturquote von Carrosseriebetrieben tatsächlich ist. Für Versicherungen, Flottenbetreiber und Reparaturnetzwerke schafft das Transparenz. Warum diese Kennzahl wichtig ist, welchen Nutzen die Betriebe daraus ziehen und weshalb eine unabhängige Datengrundlage entscheidend ist, erklären Sascha Feller, Inhaber von green car repair, und Dominic Schenker, Business Development Manager von Axalta Axcess Switzerland.

Weshalb ist die Reparaturquote heute so wichtig?

Dominic Schenker: «Nachhaltigkeit ist in der Branche schon seit Jahren ein grosses Thema. Doch am Ende stellt sich immer die Frage: Wie nachhaltig arbeitet ein Betrieb tatsächlich? Genau hier hilft die Reparaturquote. Sie macht sichtbar, wie konsequent ein Betrieb repariert statt ersetzt. Für unsere über 240 Carrosseriepartner ist das eine zentrale Kennzahl, weil sie sich damit gegenüber Versicherungen und Flottenbetreibern ausweisen können.»

Sascha Feller: «Auch für green car repair hat die Reparaturquote einen sehr hohen Stellenwert. Unsere Fachbetriebe verpflichten sich zu einer nachhaltigen Reparaturphilosophie. Mit der Quote können wir überprüfen, ob dieser Ansatz im Alltag tatsächlich gelebt wird. Sie ist damit ein wichtiger Kontrollmechanismus und gleichzeitig ein Nachweis gegenüber unseren Partnern.»

Was bedeutet das konkret für Versicherungen und andere Auftraggeber?

Sascha Feller: «Versicherungen möchten wissen, ob ein Betrieb nachhaltig repariert oder nicht. Dank des Green Repair Trackers können wir das belegen. Die Auswertungen zeigen, dass green-car-repair-Betriebe im Durchschnitt rund 20 Prozent höhere Reparaturquoten erzielen als der Schweizer Durchschnitt. Das schafft Vertrauen und gibt Versicherungen eine verlässliche Grundlage für ihre Netzwerkentscheidungen.»

Dominic Schenker: «Genau. Versicherungen wollen Betriebe vergleichen können. Wer nachweislich häufiger repariert statt ersetzt, spart Ressourcen und reduziert Emissionen. Mit einer fundierten Kennzahl wird Nachhaltigkeit messbar.»

Welchen Nutzen bringt der Green Repair Tracker den Betrieben selbst?

Dominic Schenker: «Die Betriebe erhalten erstmals eine objektive Kennzahl, mit der sie sich messen können. Viele wollen wissen, wo sie im Vergleich zum Markt stehen. Dieser sportliche Gedanke spielt durchaus eine Rolle. Gleichzeitig wird die Reparaturquote zunehmend zu einem Wettbewerbsvorteil bei Entscheidungen von Versicherungen oder Flottenbetreibern.»

Sascha Feller: «Hinzu kommt, dass sich Betriebe gegenüber Garagen und Autobesitzern als nachhaltig positionieren können. Wer seine Leistung belegen kann, hebt sich vom Wettbewerb ab. Das kann helfen, neue Aufträge zu gewinnen. Natürlich spielt auch ein gewisser Berufsstolz mit.»

Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit werden oft als Gegensätze wahrgenommen. Trifft das auch auf die Reparaturquote zu?

Sascha Feller: «Im Gegenteil. Reparieren statt Ersetzen ist in den meisten Fällen günstiger, weil teure Ersatzteile entfallen. Gleichzeitig ist die Reparatur handwerklich anspruchsvoller. Das bedeutet für den Betrieb oft mehr verrechenbare Arbeitsstunden. Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gehen hier also Hand in Hand.»

Green car repair setzt bereits seit Jahren auf Audits. Welche Rolle spielt der Green Repair Tracker im Zertifizierungsprozess?

Sascha Feller: «Der Einstieg beginnt mit einem Fragebogen. Anschliessend besucht ein Auditor den Betrieb und überprüft vor Ort, ob die Voraussetzungen für nachhaltige Reparaturen erfüllt sind. Wird alles erfüllt, erhält der Betrieb die Auszeichnung als green car repair-Fachbetrieb. Der Green Repair Tracker bildet danach die Grundlage, um langfristig zu überprüfen, ob die Anforderungen auch tatsächlich gelebt werden.»

Warum ist es so wichtig, dass die Reparaturquote auf einer einheitlichen und unabhängigen Datengrundlage basiert?

Dominic Schenker: «Weil alle Beteiligten über dieselbe Kennzahl sprechen müssen. Versicherungen wollen schweizweit Betriebe vergleichen können. Dafür braucht es eine einheitliche Methodik. Nur so lassen sich Betriebe fair miteinander vergleichen.»

Sascha Feller: «Und die Zahlen müssen glaubwürdig sein. Die Datenerhebung bei Green Repair Tracker erfolgt automatisch und unabhängig. Der Betrieb muss nichts manuell erfassen oder melden. Dadurch sind die Ergebnisse objektiv und können nicht beeinflusst werden. Genau das schafft Vertrauen bei Dritten.»

Herr Schenker, weshalb müssen künftig alle Repanet-Partner auch green car repair Mitglied sein?

Dominic Schenker: «Weil wir unseren Partnern die Möglichkeit geben wollen, ihre Qualität und Nachhaltigkeit nachzuweisen. Versicherungen und Flottenbetreiber verlangen zunehmend solche Nachweise. Deshalb beinhaltet jede Repanet-Zertifizierung neu auch das Modul green car repair.»

Herr Feller, wie weit ist green car repair heute in der Schweiz verbreitet?

Sascha Feller: «Mittlerweile zählen wir rund 80 green car repair-Fachbetriebe, wobei diese Zahl durch den 3-Jahres-Rezertifizierungsrhythmus von Repanet jedes Jahr stark wachsen wird. Die Entwicklung zeigt, dass das Interesse an nachhaltigen Reparaturmethoden kontinuierlich wächst. Und mit dem Green Repair Tracker können wir diesen Fortschritt nun auch mit belastbaren Zahlen sichtbar machen.»

Kostenloses Webinar

Wir stellen Ihnen den SilverDAT Green Repair Tracker und die wichtigsten Funktionen gerne in einem Webinar vor. Melden Sie sich noch heute an.

12. August, gemeinsam mit Repanet

10.00-11.00 Uhr auf Deutsch

14.00-15.00 Uhr auf Französisch

16. September, gemeinsam mit Carrosserie Suisse

12.30-13.15 Uhr auf Deutsch

13.30-14.15 Uhr auf Französisch