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Rekordbeteiligung, Jubiläum und eine klare Botschaft: Wer seine Zahlen kennt, mutig entscheidet und den Kunden wirklich versteht, bleibt erfolgreich. Der 20. Tag der Schweizer Garagen beleuchtete, wo Betriebe heute ansetzen können, um auch morgen schwarze Zahlen zu schreiben.
Der 20. Tag der Schweizer Garagen stand ganz im Zeichen der Wirtschaftlichkeit. Im Kursaal in Bern diskutierten Praktiker, Studierende und Expertinnen wie Garagen effizienter arbeiten und auch in Zukunft überleben. Die Jubiläumsveranstaltung zog so viele Teilnehmende nach Bern wie nie zuvor. Das Motto «Was sich rechnet – und was zählt» begeisterte 861 Gäste aus der ganzen Schweiz. Den Einstieg machte AGVS-Zentralpräsident Manfred Wellauer, er sprach offen über den Umbruch in der Branche. Sinkende Margen im Neuwagenverkauf verschieben den Fokus klar auf Werkstatt und Aftersales. Elektromobilität, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und veränderte Kundenbedürfnisse verlangen nach Innovation und Fachkompetenz. Trotz aller Herausforderungen blieb Wellauer zuversichtlich. Arbeit wird es auch in Zukunft genug geben, vor allem für Betriebe, die Technik verstehen und Menschen begeistern, ist er sich sicher.
Ein zentrales Thema des Vormittags war die operative Exzellenz. Er Transformationsexperte Ralph Panoff machte deutlich, dass gutes Management kein Selbstläufer ist. Operative Exzellenz sei keine Option, sondern die Basis für nachhaltigen Unternehmenserfolg, sagte er. Und: «Wer das Tagesgeschäft nicht im Griff hat, kann keine Strategie finanzieren.» Der Weg dorthin führe über saubere Prozesse, verständliche Kennzahlen und klare Ziele.
Ebenfalls mit den Möglichkeiten für eine erfolgreiche Zukunft befasste sich eine Studie der Universität St. Gallen im Auftrag des AGVS. Sie zeigte, wie stark sich das Kundenverhalten in den kommenden Jahren wandeln wird. Die Erwartungen an Beratung, digitale Prozesse und Servicequalität stiegen laufend, erläuterten die Studierenden. Heute arbeiten viele Garagen noch papierlastig und sind online wenig sichtbar. In Zukunft gewinnen hybride Modelle an Bedeutung. Persönliche Beratung kombiniert mit digitalen Kontaktpunkten verhelfen Garagen in Zukunft zum Erfolg, so die Studierenden.
Für mehr Mut zur Verrechnung plädierten gleich mehrere Referenten. Gemäss ihnen erbringen viele Garagen Leistungen, die sie gar nicht oder zu günstig verrechnen. Erfahrene Garagisten mahnten deshalb, dass Stundensätze realistisch berechnet werden müssen – inklusive Kosten wie Infrastruktur und Zusatzservices. Ausserdem sollten Leistungen, die bewusst kostenlos angeboten werden, also solche erkennbar sein.
Nach den abwechslungsreichen Referaten fand das traditionelle «Dîner des garagistes» statt, das die auto-i-dat sponsert.
Der nächste Tag der Schweizer Garagen findet am 19. Januar 2027 im Kursaal Bern statt.
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