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E-Fahrzeuge und ihre Restwerte auf dem Alltags-Prüfstand

Der mediale Hype rund um die Elektromobilität vermittelt den Eindruck, dass wir morgen alle nur noch elektrisch unterwegs sind. In der ganzen Euphorie geht allerdings eine für Händler und Automobilisten relevante Frage unter: Wie steht es um den Restwert von E-Fahrzeugen?

Im Rahmen unserer Betrachtungen über Restwerte von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben richten wir das Augenmerk als Erstes auf die rein batteriebetrieben Elektrofahrzeuge. Wir kennen, zum Teil schon etwas länger, Tesla, BMW i3, Renault Zoe, Nissan Leaf, VW e-Golf, UP, Peugeot i-On, Opel Ampera, Mercedes B-Klasse. Die aktuellen Zulassungszahlen lagen trotz einer immer breiteren Modellpalette verschiedener Hersteller auch Ende 2018 unter 2 %. Mit anderen Worten: noch eine sehr kleine Nische.

Einerseits, weil einzelne Modelle bereits seit einiger Zeit erhältlich sind und anderseits, weil die Händler zunehmend auch darauf angesprochen werden, sind Restwerte von E-Fahrzeugen beim Marktführer für Fahrzeugdaten in der Schweiz seit längerem ein Thema. Wir bei auto-i-dat gehen das nicht nur auf der theoretischen Ebene an: Unser Team hat alle verfügbaren Modelle auf Herz und Nieren getestet und den Fokus dabei vor allem auf die für Käufer alles entscheidende Alltagstauglichkeit gelegt: Fahrverhalten, Komfort, Reichweite, Ladezeiten, Steckerkompatibilität, Ladestationen und verfügbare Anbindung wie Apps und Portale. Die aktuelle Zwischenbilanz präsentiert sich durchzogen. Die Fahrzeuge weisen sehr unterschiedliche Reifegrade und Komfortlevel auf. Das Verhältnis zwischen Preis und Reifegrad/Komfort ist nicht in jedem Fall linear. Allerdings sind E-Fahrzeuge, die bereits in der zweiten oder dritten Version auf dem Markt sind, deutlich ausgereifter.

 

 

«Point of no Return» ist überschritten

Hersteller und – dank mehr oder weniger aktiver Förderung – auch der Staat investieren bereits viel, um die Elektromobilität in Schwung zu bringen. Das Segment ist in Bewegung und wir sind überzeugt, dass der «Point of no Return» bereits heute schon überschritten ist. Dennoch: Wenn die E-Mobilität 2019 tatsächlich einen grossen Sprung nach vorne machen will, muss sich bezogen auf Ladezeiten, Lademöglichkeiten und Reichweiten einiges verbessern. Noch sind die (potenziellen) Käufer skeptisch – und zum grossen Teil auch nicht gut informiert.

Für den Restwert ist schlussendlich auch relevant, wie sich die Batterie-Technologie in naher (1 – 3 Jahre) und in mittlerer Zukunft entwickelt. Das realistisches Szenario, dass sich in Bezug auf Kapazitäten, Ladegeschwindigkeit und Lademöglichkeiten in ein bis drei Jahren noch viel positiv bewegen wird, macht die Restwertbetrachtung umso schwieriger. Wenn die nächsten BEV Fahrzeuge mit wesentlichen technologischen Verbesserungen auf den Markt kommen, werden die Restwerte der aktuellen Fahrzeuge negativ beeinflusst.

Trotz des sehr kleinen Marktanteils der BEV Fahrzeuge, ist die Nachfrage nach diesen Occasionen relativ gross. Viele im Occasionsmarkt angebotenen Fahrzeuge stammen aus der ersten Generation der Elektroautos. Bei aktuellen Fahrzeugen ist momentan die Nachfrage grösser, als das Angebot, was dazu führt, dass die Occassionspreise zur Zeit nach oben gedrückt werden. Zusammen mit den Berechnungen basierend auf unserer Fahrzeugdatenbank und Händlerrückmeldungen fliessen diese Erkenntnisse laufend in unsere Betrachtungen der Restwerte ein. Das hat bereits dazu geführt, dass wir Anpassungen an den Restwertkurven vorgenommen haben.