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E-Fahrzeug? Occasionsmarkt entsteht nur langsam

 

Trotz der täglichen und positiv gestimmten Meldungsflut über alternative Antriebe: Sie machen erst 3,5 Prozent aller seit 2010 eingelösten Fahrzeuge aus. Trotzdem besteht bereits ein Occasionsmarkt, auch wenn im letzten Monat nur 17 Prozent der Elektrofahrzeugbesitzer, die Ihr Fahrzeug verkauften, wieder ein Elektrofahrzeug gekauft haben

Es scheint, als werde der Gap zwischen Informationen über alternative Antriebe und das effektive Wissen darüber grösser statt kleiner. Das Ganze erinnert stark an die englische Redewendung «we are overnewsed but underinformed» - wir nehmen immer mehr Informationen auf, können sie aber nicht verarbeiten. Einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion zu leisten erachten wir auch hier als eine unserer Aufgaben – erst recht über unsere eigenen Medien. Darum haben wir aktuell eine Übersicht über die gängigsten alternativen Antriebe erstellt und weisen insbesondere im Bereich der elektrisch angetriebenen Fahrzeuge auf ein paar für den Händler interessante Fakten hin.

 

Wenn von alternativen Antrieben die Rede ist, so stehen primär die Folgenden im Vordergrund der Diskussion:

  • Batterieelektrisch

  • Hybridantriebe in Verbindung mit Verbrennungsmotoren

  • Plug-in-Hybridantrieb in Verbindung mit Verbrennungsmotoren

  • CNG (Erd- oder Biogas) und LPG

  • Wasserstoffverbrennung

  • Brennstoffzelle (wasserstoffelektrisch)

  • Ethanol (E85)

 

Antriebe auf Basis von Pflanzenölen, Alkohol, Solarenergie usw. sind nach wie vor Nischenprodukte und für die Schweiz auch auf absehbare Zeit nicht relevant.

Die Verbreitung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben hat in den letzten Jahren primär aus politischen Gründen eine starke Dynamisierung erfahren: Ab 2020 gilt ein CO2-Zielwert von 95 Gramm pro Kilometer als Durchschnittswert über die gesamte jeweilige Flotte eines Herstellers. Dazu braucht es einen deutlich höheren Anteil an Fahrzeugen mit einem alternativen Antrieb (und weiterhin einen hohen Anteil an Dieselfahrzeugen, aber dazu später mehr).

Modellpalette wird stark wachsen
Auch aus diesem Grund hat sich auto-schweiz zum Ziel gesetzt, bis 2020 bei den Neufahrzeugen einen Marktanteil von 10 Prozent für Personenwagen mit Elektro- oder Hybridantrieb zu erreichen. Wie ambitioniert dieses Ziel ist zeigt ein Blick auf den aktuellen Stand: In den ersten vier Monaten 2018 lag der Anteil an neuen Personenwagen mit einem Hybrid- oder Elektroantrieb bei 6 Prozent. Das hat aber auch mit dem Umstand zu tun, dass die Angebotspalette an (attraktiven) Elektrofahrzeugen noch nicht so breit ist. Dieses Angebot wird laut Herstellern in den nächsten Jahren substanziell ausgebaut.

Gehen wir von einer durchschnittlichen Betriebszeit von über neun Jahren pro Fahrzeug aus, bevor es entweder in den Osten oder nach Afrika exportiert oder sogar verschrottet wird, so müssen wir die Struktur aller aktuell auf Schweizer Strassen verkehrenden Fahrzeuge bis zum Jahrgang 2009 betrachten. Die Erkenntnis daraus: 96,5 Prozent all dieser Fahrzeuge werden – nach wie vor – mit Benzin (59,8 Prozent) oder Diesel (36,8 Prozent) angetrieben. Der Rest – also gerade einmal 3,5 Prozent – wird alternativ betrieben.

Occasionsmarkt entwickelt sich langsam
Auch wenn der Markt von Elektroautos noch relativ jung ist – es existiert bereits ein Occasionsmarkt, der sich allerdings sehr unterschiedlich entwickelt. Die Standzeiten der gängigen Modelle könnten unterschiedlicher kaum sein, wobei grundsätzlich festzuhalten ist, dass junge Elektrofahrzeuge kürzer stehen als ältere. Ältere Elektrofahrzeuge finden aktuell praktisch kaum mehr einen neuen Halter. Und: Beinahe die Hälfte aller Elektrofahrzeuge sind in Besitz von Firmen und gelangen deshalb mit einer Verzögerung auf den Occasionsmarkt. Bemerkenswertes Detail aufgrund unserer Daten: Bei Tesla zum Beispiel wird ein Drittel aller zur Zeit ausser Verkehr gesetzten Fahrzeuge nicht mehr angeboten. Gleiches gilt für den BMW i3. Für den Händler aber noch wichtiger ist die Tatsache, dass im letzten Monat nur 17 Prozent der Elektrofahrzeugbesitzer, die Ihr Fahrzeug verkauften, wieder ein Elektrofahrzeug gekauft haben.