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«Wenn wir von einem ‹Tipping Point› sprechen, dann ist er jetzt»

Die Entwicklung der Elektromobilität in der Schweiz zu beobachten und seine Schlüsse daraus zu ziehen, ist ungleich komplexer, als einfach festzustellen, dass einem noch nie so viele Teslas auf der Strasse begegnet sind wie in den letzten Monaten – auch wenn das eine Menge sind.

Ungleich seriöser geht das auf Basis einer kontinuierlichen Marktbeobachtung, wie sie unsere Datenspezialisten im Team von René Mitteregger regelmässig erheben. Dank ihnen wissen wir: Der Bestand von Elektrofahrzeugen hat sich alleine zwischen Januar 2020 und Januar 2021 um über 50 Prozent (56,8) erhöht (von 31'540 auf 49'480 Einheiten). Und um nochmals auf das Stichwort «Tesla» zurückzukommen: Dass man den Eindruck haben könnte, dass alles bald nur noch Tesla fährt, hängt primär damit zusammen, dass die Marke mit riesigem Abstand den grössten Bestand an elektrisch betriebenen Personenwagen in der Schweiz ausmacht. 38 von 100 Elektrofahrzeugen in der Schweiz sind ein Tesla. Insgesamt sind knapp 19'000 von ihnen aktuell in Verkehr. Zum Vergleich: Per Ende Januar 2021 befanden sich noch nicht einmal 100 Wasserstofffahrzeuge auf Schweizer Strassen (92).

«Der Markt mit alternativen Antrieben verzeichnet aktuell den grössten Zuwachs und reine Elektroautos gehören neben den Hybridfahrzeugen definitiv zu den Treibern dieses Marktes», sagt René Mitteregger. Die Zahlen per Ende Februar sprechen eine klare Sprache: Präsentierte sich die Zahl an Immatrikulationen mit einem Minus von 17,5 Prozent, nahmen Hybrid-Fahrzeuge (HEV + MHEV) um 61,5 Prozent zu, Plug-In-Hybride (PHEV + REX) um 62,2 Prozent und reine Elektrofahrzeuge um 54,3 Prozent. Den bemerkenswertesten Schritt hat diese Kategorie allerdings schon im Januar 2021 gemacht: Erstmals überhaupt in der Geschichte der Messung wurden mehr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben in Verkehr gesetzt als Dieselfahrzeuge. «Wenn man von einem ‘Tipping Point’ sprechen kann, an dem eine Entwicklung definitiv abhebt», hält René Mitteregger fest, «dann ist jetzt sicher der Moment dazu.» Das habe auch damit zu tun, dass nun die meisten Hersteller Hybrid-Antriebe anbieten würden und diese Zahl in den nächsten Jahren mit Sicherheit noch weiter steigen werde, sagt René Mitteregger. «Nur so lassen sich die CO2-Vorgaben in der Masse erreichen.»

Wir empfehlen die Lektüre des regelmässige Marktreportings von auto-i-dat deshalb für alle, die sich verstärkt mit der Elektromobilität auseinandersetzen möchten.