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Ein Jahr der Extreme – und es ist noch nicht vorbei…

Tiefstwerte bei den Neuzulassungen, Rekorde bei den Occasionen und ein Anteil an alternativen Antrieben, der noch nie so gross war wie heute: Das Jahr 2020 ist eines der Extreme, wie das aktuelle Marktreporting von auto-i-dat ag zeigt.

Das «Autojahr» 2020 ist wie keines zuvor: Noch nie wurden so wenige Neuwagen eingelöst wie seit der Erdölkrise in den 70er Jahren. Noch nie wurden so viele Occasionen gehandelt, wie in den Sommer- und Herbstmonaten des laufenden Jahres. Noch nie wurden so viele Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge auf die Strasse gebracht. Noch nie wurden so viele Elektro-Occasionen gehandelt. Und noch nie war der Gesamtbestand an Personenwagen in der Schweiz grösser als heute – allein zwischen Januar und Oktober stieg er um über 90'000; im Schnitt 9000 pro Monat. Und das im «Corona»-Jahr.

Aber der Reihe nach. Die leichte «Erholung» von Juni bis September vermochte den dramatischen Einbruch in den Monaten März, April und Mai zu mildern, aber nicht zu kompensieren: Ende Oktober lag die Zahl an Neuzulassungen gegenüber Vorjahr um knapp 27 Prozent zurück. «Damit wird das Jahr 2020 als eines der dunkelsten Jahre der Automobilindustrie in die Geschichte eingehen», konstatiert auto-i-dat-Datenspezialist René Mitteregger.

Bestwerte könnten noch besser sein
In Mitleidenschaft gezogen wurde auch der Occasionsmarkt – wenn auch nicht ganz so schlimm wie jener bei den Neuwagen. Auf das Minus von 7,5 Prozent per Mitte Jahr folgten mit Juli (76'970), August (62'204) und September 69'468) drei Monat in Folge mit Verkaufszahlen, wie sie noch nie zuvor in diesen Monaten registriert worden sind. Per Ende September lag der Occasionsmarkt nur noch 11'644 Einheiten hinter dem Rekordjahr 2019 (190'599). «Unnötig zu sagen, dass trotz Corona-Krise ein neuer Bestwert erreicht wird, der womöglich noch höher ausfallen würde, wäre der Markt an guten Occasionen mancherorts nicht schon seit einiger Zeit ausgetrocknet», sagt René Mitteregger. Dass die Standzeiten im Schnitt deutlich höher lagen als im zweiten Halbjahr 2019 kommentiert Mitteregger mit dem Hinweis, dass zurzeit kaum «neue Occasionen» auf den Markt kommen und dadurch zunehmend auch Fahrzeuge, die schon länger standen, einen neuen Besitzer finden.

Obwohl der Anteil an alternativen Antrieben im Gesamtbestand kontinuierlich steigt, sind nach wie vor 96 Prozent aller Personenwagen in der Schweiz entweder als Benziner (66 Prozent am Gesamtbestand) oder als Diesel (30 Prozent) unterwegs. Erstaunlich: Der Bestand an benzinbetriebenen Fahrzeugen ist in den vergangen Monaten sogar wieder leicht angestiegen, stellt das Team um René Mitteregger fest. «Dies dürfte daran liegen, dass Fahrzeuge aus dem Occasionsmarkt stammen und nur selten schon mit alternativen Antrieben versehen sind», sagt er.


E-Occasionsmarkt entwickelt sich
Trotzdem entwickelt sich nach und nach ein Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge. Allein zwischen Januar und Ende September wechselten über 5000 Elektrofahrzeuge den Besitzer. Zum Vergleich: In der Vorjahresperiode waren es 2'952. Der Grund liegt darin, dass immer mehr Elektrofahrzeuge zugelassen werden, von Januar bis Ende September insgesamt 11’306 Stück – nur 15 Prozent weniger als im gesamten vergangenen Jahr. «Wir erwarten, dass die bisherige Top-Marke von 2019 bis Ende des laufenden Jahres noch geknackt wird», sagt Mitteregger. Aktuell macht der Anteil an alternativen Antrieben bei den Neuzulassungen exakt ein Viertel aus – so viel wie noch nie zuvor.

Und zum Schluss noch das: PS
Ausgehend von der Frage, wieviel PS der Mensch braucht und was er dafür bereit zu zahlen ist, haben die Datenspezialisten von auto-i-dat ag ausgehend vom aktuellen Neupreis ausgewertet, bei welcher Marke die günstigste und bei welcher die teuerste Pferdestärke zu haben ist.

 

(Quelle: auto-i-dat ag, November 2020)