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Wie Daten dem Bauch helfen, besser zu entscheiden

Die Verunsicherung über die Wahl des nächsten Fahrzeugs ist bei Kunden teilweise mit den Händen greifbar. Rein gefühlsmässig dreht alles in Richtung alternative Antriebe, doch die Marktzahlen relativieren vieles. Der Bedarf an verlässlichen Marktdaten ist gerade in Zeiten wie diesen die nötige Grundlage für Geschäftsentscheide.
 
pd. Intuition oder rationale Analyse? Die Frage, was zu besseren Entscheiden führt, ist ungelöst und im Grunde auch unerheblich, solange das Fundament für intuitive Entscheide aus Verstand, Erfahrung und zuverlässigen Information gebildet ist. Zu diesem Fundament gehören valide Marktdaten. Schauen wir uns das an einem konkreten Beispiel an: Fahrzeuge mit einem Dieselantrieb gehörten bis 2015 zu einem boomenden Segment. Lag die Zahl an neu verkauften Diesel 2005 noch bei 72 832 Stück und einem Marktanteil von 28 Prozent, stieg sie bis ins Jahr 2015 auf 125 892 Stück und einem Marktanteil von 38,9 Prozent. «Das war der Peak», sagt René Mitteregger, Datenspezialist bei auto-i-dat ag, dem neutralen Kompetenzzentrum für Daten der automotiven Ökonomie. Dann explodierte der Diesel-Skandal und alle Welt liess den Diesel fallen. Gefühlsmässig sofort.
 
Tatsächlich? «Wer sich in dieser Situation statt nur auf seinen Bauch auch auf seinen Kopf verliess und Marktdaten studierte statt Medienschlagzeilen, erkannte, dass der Markt zwar zurückging – teilweise deutlich – sich aber nicht im freien Fall befand», beobachtete Mitteregger. Ende 2018 lagen die Verkaufszahlen über das Jahr bei 90 055 Stück und damit so hoch wie in den guten Jahren vor dem Peak und nur leicht weniger als die führenden deutschen Hersteller Audi, BMW, Mercedes, Porsche und Volkswagen insgesamt an Fahrzeugen in diesem Jahr in der Schweiz verkauften.

«Gefühlsmässig war kein Markt mehr da», sagt Mitteregger, «rational aber sehr wohl.» Wer seinen Kopf eingeschaltet behielt, machte nach wie vor Geschäfte. Ende 2019, ein Jahr später, war der Diesel gefühlsmässig überhaupt kein Thema mehr. Die Realität? «Der Rückgang war noch immer da, hatte sich aber mit -12 Prozent deutlich verlangsamt. Noch immer wurden knapp 80 000 Fahrzeuge mit einem Diesel-Antrieb abgesetzt – jedes vierte neu verkaufte Fahrzeug», konstatiert der Datenspezialist. Tatsächlich kein Thema mehr? Im Januar 2020 wurden knapp 5000 Dieselfahrzeuge neu verkauft – ein Drittel mehr als alle alternativen Antriebe zusammen (inkl. Hybrid).
 
Das zeigt, wie sehr man sich von äusseren Eindrücken (ver-)leiten lassen kann: «Gefühlsmässig boomen alternative Antriebe, zusammengezählt kamen sie im Jahr 2019 aber exakt auf die Hälfte der verkauften Stückzahlen beim Diesel», stellt Mitteregger fest. Wer sich – gerade in solchen Zeiten – auf valide, seriöse und zuverlässige Marktdaten abstützt, fällt die besseren Entscheide. Auto-i-dat veröffentlicht regelmässig Zahlen und Reports über einzelne Marken, Markengruppen und Segmente. Haben Sie Fragen oder brauchen Informationen zum Thema Restwerte oder Marktzahlen – rufen Sie uns an. Denn für Händler, Importeure, Leasingunternehmen, ist entscheidend zu wissen, was geht – und was steht.