Accesso
Auf Schweizer Strassen dominiert der Verbrennungsmotor nach wie vor praktisch komplett. 97,2 Prozent aller Fahrzeuge sind mit Benzin oder Diesel angetrieben – die alternativen Antriebe bewegen sich nach wie vor in einem sehr tiefen einstelligen Prozentbereich.

Bezogen auf die Antriebsformen beginnt sich das Bild des Gesamtfahrzeugbestandes nur langsam zu verändern: Nach wie vor absolut dominierend ist der Benziner mit einem Anteil von 67,5 Prozent, gefolgt vom Diesel mit 29,7 Prozent. Heisst: 97,2 Prozent aller eingelösten Fahrzeuge in der Schweiz werden nach wie vor vom klassischen Verbrennungsmotor angetrieben. Gemessen am Gesamtbestand bewegen sich die alternativen Antriebe wie Elektro (0,5 Prozent), Hybrid (1,9 Prozent) oder Gas (0,2 Prozent) nach wie vor in einem sehr tiefen einstelligen Prozentbereich.
Die Marke mit dem höchsten Anteil an benzinbetriebenen Fahrzeugen ist VW – was nicht weiter verwundert, hat die Marke selber mit Abstand den grössten Marktanteil in der Schweiz. Beides ist auch beim Diesel der Fall. Während bei den Benzinern die Plätze zwei bis fünf von Opel, Mercedes, Audi und Toyota gehalten werden, sind es in der Kategorie Diesel BMW, Audi, Mercedes und Skoda. Die Kategorie CNG wird von VW angeführt, die Kategorie Hybrid von Toyota und die Kategorie Elektro – ebenso wenig eine Überraschung – von Tesla.
Diesel bei Neuzulassungen im Tief…
2018 hat sich der Rückgang des Diesel bei den Neuzulassungen gegenüber den Vorjahren noch einmal verstärkt. Betrug das Minus von 2017 gegenüber Vorjahr noch 9 Prozent, sank es 2018 auf 20 Prozent. «Das liegt einerseits daran, dass die Käufer dem Diesel nicht mehr trauen», erklärt Datenspezialist René Mitteregger, «und anderseits, dass die Hersteller die Modellpalette beim Diesel verkleinert haben. Hier sieht er auf Seiten der Verkäufer noch Potenzial für Aufklärung, denn die neueste Diesel-Generation ist sauberer denn je. Den Rückgang beim Diesel konnten die Benziner nur zum Teil auffangen, gleiches gilt für die alternativen Antriebe, selbst wenn diese in den ersten sechs Monaten 2019 ansehnlich zulegen konnten (+ 68%). Das zeigt alleine schon die Zahl der Neuzulassungen bei den Elektrofahrzeugen: im ersten Halbjahr 2019 wurden deutlich mehr zugelassen (5943), als im gesamten Vorjahr zusammen (5182). René Mitteregger relativiert diese Zahl mit dem Hinweis, dass Tesla nach einer längeren Wartezeit sein Model 3 ausliefern konnte, was die Statistik etwas verzerrt. Grösster europäischer Lieferant von Elektrofahrzeugen in der Schweiz ist übrigens Renault mit 780 Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2019.
…aber bei Occasionen deutlich im Plus
Im Occasionsmarkt zeigt sich ein umgekehrtes Bild: Hier verzeichnet der Diesel jährlich steigende Verkaufszahlen (+30 Prozent seit 2014), während die Benziner leicht rückläufig tendieren (-0,7 Prozent). «Der Diesel wird nach wie vor sehr gut gehandelt. Zurzeit werden sehr viele gefragte Occasionen angeboten», sagt René Mitteregger. Die Zahl der gehandelten Occasionen im Bereich der alternativen Antriebe hat sich seit 2014 von 5715 auf 11'451 Fahrzeuge per Ende 2018 verdoppelt. Trotzdem: Wie auch im Neuwagenmarkt dominiert im Occasionsmarkt der Verbrenner mit einem Marktanteil von 98,5 Prozent.
Kurze Standzeiten bei Elektrofahrzeugen
Ausgewertet hat unser Datenspezialist auch die Standzeiten der gebrauchten Elektrofahrzeuge. Mit gerade einmal 10 Tagen erreicht der Hyundai Kona einen Spitzenwert, gefolgt vom Peugeot i-On (Limousine) mit 20 und dem Nissan Leaf mit 35 Tagen. Ein Tesla Model X steht im Schnitt 45 Tage, das Model S 73 Tage. Am längsten steht momentan der Citroën C-Zero mit 138 Tagen. Auch hier relativiert René Mitteregger das Bild mit dem Hinweis, dass verschiedene Hersteller durch den Export den Bestand an gebrauchten Fahrzeugen klein zu halten versuchen.
Firmen setzen vermehrt auf Elektro und CNG
Interessant ist auch ein Blick auf die Halterverteilung der vergangenen vier Jahre: Während Hybrid- und Benzinfahrzeuge zum überwiegenden Teil von Privaten zugelassen werden, ist der Anteil an Firmen beim Diesel (25,2 Prozent) beim Elektroantrieb (27,2 Prozent) und beim CNG-Antrieb (28,5 Prozent) bereits sehr hoch. Dieser Prozess hat sich in den vergangenen zwei Jahren noch einmal dynamisiert: Inzwischen werden über 40 Prozent aller Dieselfahrzeuge, 38 Prozent aller Elektrofahrzeuge und 46 Prozent aller CNG-Fahrzeuge von Firmen eingelöst.
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