Accesso
Das Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau ist eine der Treiberin beim Projekt cardossier. Hier beschäftigt man sich schon länger mit der Zukunft der Fahrzeugdaten – nicht nur aus dem Blickwinkel der Verwaltung. Im Interview sagt Amtsvorsteher Martin Sprenger, wie der einzelne Garagist von diesem Projekt profitiert.

Das Projekt cardossier stösst in der Branche auf grosses Interesse, gleichzeitig ist es für viele Marktteilnehmer aber auch etwas abstrakt. Wie würden Sie den grössten Nutzen in drei Sätzen auf den Punkt bringen?
Martin Sprenger: Das Cardossier ebnet den Weg für firmenübergreifende Prozesse mit Daten für hoher Qualität. Dies deshalb, weil alle im Fahrzeugmarkt beteiligten Parteien auf die gleiche Datensammlung zugreifen (sogenannter single point of truth). Heute sind Fahrzeug in verschiedenen firmeninternen Datenbanken gespeichert, was zwangsläufig zu Friktionen oder Ineffizienzen führt.
Bei Projektbeginn ist «nur» das Strassenverkehrsamt Aargau dabei, das von Ihnen geführt wird. Warum geht das nicht gleich über die Vereinigung der Strassenverkehrsämter?
Die asa selber ist nicht direkt in die Zulassungsprozesse involviert. Dies ist Sache der Kantone bzw. der Strassenverkehrsämter. Insofern muss zwingend ein Strassenverkehrsamt dabei sein. Aus Gründen der effizienteren Zusammenarbeit hat sich das Konsortium in einer ersten Phase auf ein Strassenverkehrsamt beschränkt.
Jeder Garagist hat auch mit dem jeweiligen Strassenverkehrsamt zu tun – inwiefern ist er vom Projekt betroffen bzw. wie profitiert er davon?
Er profitiert mitunter von einer hohen Datenqualität und vereinfachten, firmenübergreifenden und künftig digitalisierten Prozessen. Ferner kann er den Zustand des Fahrzeugs besser beurteilen, da er die Historie des Fahrzeugs genau kennt.
Cardossier soll künftig als eine Art «digitale ID» den Lebenszyklus eines jeden Fahrzeugs abbilden. Heisst das, dass der Fahrzeugausweis faktisch digitalisiert wird?
Derzeit sind solche Vorstösse in Bundesbern platziert. Das Cardossier könnte dabei ein Lösungsansatz darstellen.
Was ist der Grund, weshalb Sie vom Strassenverkehrsamt Aargau mitmachen? Wie profitieren die Strassenverkehrsämter vom Projekt?
Wir profitieren zum einen von einer höheren Datenqualität (z.B. korrekter Versicherungsnachweis; dies stellt heute ein Problem dar). Zum anderen sind durch dieses Projekt auch firmenübergreifende Prozesse einfacher realisierbar. Dadurch können beispielsweise Doppelspurigkeiten eliminiert werden. Letztlich eröffnet das Projekt aber auch Perspektiven und Möglichkeiten für neue Dienstleistungen.
Ohne die Unterstützung durch Hersteller und Importeure ist so ein Projekt nicht möglich – was haben Sie hier für Reaktionen bekommen?
Die Beteiligten stehen nach meiner Beurteilung dem Projekt sehr positiv gegenüber.
Welchen Zeithorizont hat das Projekt? Bis wann erwarten Sie etwas konkret Vorzeigbares?
Wir wollen im Jahr 2020 live gehen.
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